Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

GwG-Blog

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Bild des Benutzers Prof. Dr. Jürgen Kriz
08.12.2015

Dieser Beitrag entsteht Mitte November 2015 – in Tagen, in denen die Medien übervoll sind mit Sonderseiten und Sondersendungen zu den blutigen Terroranschlägen in Paris. Auch ich kann mich dem Entsetzen, das diese Geschehnisse auslösen sollten und ausgelöst haben, nicht entziehen. Das will ich auch gar nicht – ebenso wie ich mein Mitgefühl mit den Opfern nicht unterdrücken will und meine Erleichterung darüber, dass das Vorhaben misslungen ist, Sprengsätze im Fußballstadion zu zünden um eine Massenpanik unter den zehntausenden Zuschauern auszulösen. Ich stehe dazu, dass auch für mich der aktuelle Fokus auf die Gräueltaten in Paris anderes in den Hintergrund drängt. Manche scheinbar so wichtigen Probleme und Sorgen werden da etwas unscheinbarer.


Bild des Benutzers Prof. Dr. Jürgen Kriz
15.09.2015

Als Psychotherapeut und Wissenschaftler sollte man sich über neuere Ergebnisse und aktuelle Diskurse der Neurowissenschaften informieren. Immerhin ist unser zentrales Nervensystem – und hier besonders das Großhirn – eine bedeutsame Basis für psychische Prozesse. Freilich nicht immer die wichtigste und schon gar nicht die einzige: Zunehmend erkennen wir, dass wichtige genetisch und biographisch erworbene Strukturierungsprinzipien, die unser alltägliches Handeln und die psychischen Prozesse bestimmen, auch jenseits des Gehirns im Körper repräsentiert sind – zum Beispiel im Hormonsystem oder auch in den muskulären Strukturen. Darüber hinaus findet das scheinbar „individuelle“ Geschehen im Hier und Jetzt ohnedies als adaptive Passung zu interpersonellen und größeren sozialen Mustern sowie zu kulturellen Prozessdynamiken statt. Das alles setzt aber unser Anfangsstatement nicht außer Kraft, sondern relativiert nur die übergroße Bedeutung, welche den neurowissenschaftlichen Aspekten oft zugemessen wird.


Bild des Benutzers Prof. Dr. Jürgen Kriz
25.06.2015

Wenn ich die letzten Wochen innerlich Revue passieren lasse, so kommt mir im Hinblick darauf, was ich besonders bemerkenswert fand, immer wieder die 150. Kerze in den Sinn. Diese befand sich, irgendwo, ununterscheidbar, zwischen 149 weiteren Kerzen im Kölner Dom beim ökumenischen Gedenkgottesdienst, welcher anlässlich des Flugzeugabsturzes der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen stattfand. Jede Kerze stand dort für einen Menschen, der sein Leben bei dieser furchtbaren Katastrophe verloren hatte.


Bild des Benutzers Christa Kosmala (M.A.)
19.05.2015

Der „Kern psychotherapeutischen Handelns ist – darauf weisen alle Psychotherapiestudien hin – eine reflektierte Beziehungsgestaltung“, schreibt Fröhlich-Gildehoff in der aktuellen GwG-Zeitschrift im ersten Artikel. Die Zeitschrift widmet sich schwerpuntkmäßig dem Thema „Methodenvielfalt – der PZA und andere Verfahren“ und auch die nächste Zeitschrift soll davon handeln. Spannende Themen, spannende Artikel, spannende Methoden. Was also sollte das leise Unbehagen bedeuten, dass ich verspürte, gerade bezogen auf den oben zitierten Satz?


Bild des Benutzers Prof. Dr. Jürgen Kriz
28.04.2015

Kürzlich wurde eine Studie[i] veröffentlicht, in der eine 7-Tage-Intensivform Kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) mit einer standardmäßig wöchentlichen KVT und „Emotion-Focused Supportive Therapy“ für PTSD (angelsächsisches Kürzel für posttraumatische Belastungsstörung) verglichen wurde. Selbstverständlich, wie es heute für vermeintlich „hochwertige“ Studien erforderlich ist, mit einem randomisierten kontrollierten Design (RCT-Studie). Im Wesentlichen ergab sich, dass sich die beiden Formen der KVT untereinander kaum unterschieden, diese aber der Emotionsfokussierten Therapie hoch überlegen waren. Soweit die erfreuliche Botschaft des verhaltenstherapeutischen Autorenteams für sein Publikum – und wohl auch für die Öffentlichkeit.


Bild des Benutzers Gabriele Isele
23.04.2015

Eine Talkshow in Buchform von Gabriele Isele

Buchbesprechung: Krista Warnke, Berthild Lievenbrück „Momente gelingender Beziehung“ 2015, Beltz Verlag Weinheim

Eins

Anmoderation der beiden Autorinnen (Prof. Dr. Krista Warnke, ehemals Professorin der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und Berthild Lievenbrück, Oberstudienrätin für Musik und Englisch)......


Bild des Benutzers Andrea Sacher
13.02.2015

Neulich war es wieder da: das Unbehagen.

Morgens las ich in der Lokalpresse, dass die Zahl der depressiv Erkrankten in Deutschland wieder mal gestiegen sei. Besonders einige Regionen in NRW lagen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Als Erklärung wurden die verschärften Arbeitsbedingungen genannt. Gleichzeitig wäre die Versorgung durch PsychotherapeutInnen nicht ausreichend gewährleistet. So weit, so schlecht...


Bild des Benutzers Christa Kosmala (M.A.)
31.12.2014

Mit diesem Beitrag zum Workshop „PZA und (christliche) Spiritualität“, der am 25. Oktober in Köln mit Peter F. Schmid stattgefunden hat, möchte ich meinen Eindruck schildern, worum es im wesentlichen an diesem Tag und in vielen Stunden gegangen ist. Es ist mir jedoch nicht möglich, eine Zusammenfassung oder einen „großen Bogen“ zu beschreiben, weil ich kein „neutraler“ Beobachter war.  Ich habe mich an diesem Tag als Teil einer personzentrierten Gemeinschaft erlebt, in der alle Verschiedenheit nichts Trennendes bedeutete, sondern in jeder Facette etwas Bereicherndes war. Diese geistig-seelische Verbundenheit, auch körperlich spürbar, war für mich „Spiritualität“ - ob sie nun als „christlich“ bezeichnet wird oder nicht...


Bild des Benutzers Prof. Dr. Jürgen Kriz
06.12.2014

Die Nachricht, die das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Spätherbst 2014 veröffentlichte, liest sich ganz unschuldig-sachlich:[i]
„Mit Beschluss vom 21. August 2014 beauftragte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das IQWiG mit der Nutzenbewertung des psychotherapeutischen Verfahrens Systemische Therapie bei Erwachsenen. Die Ergebnisse der Auftragsbearbeitung sollen gemäß der Auftragskonkretisierung des G-BA „eine Grundlage für die Bewertung des G-BA bilden, ob das Verfahren für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten insbesondere unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Standes der medizinischen Erkenntnisse erforderlich ist”.


Bild des Benutzers Christa Kosmala (M.A.)
15.10.2014

Bisher saß ich jeden Abend vor den Nachrichten und war so fassungslos wie entsetzt darüber, dass es einer terroristischen Bewegung wie dem „IS“ gelingen kann, so schreckliches Unheil über so viele unschuldige Menschen zu bringen, ohne gestoppt zu werden. Ich dachte, über so ein Thema kann ich kein Wort für einen Blog schreiben...

An der Spitze der Weltprobleme, die darüber entscheiden werden, ob uns eine Zukunft beschert sein wird, rangieren die alten und neuen Konflikte, welche die Kulturen, Ideologien, Religionen und Nationen entzweien. […] Kann der personenbezogene Ansatz [PZA]einen nützlichen Beitrag zur Lösung dieser ungeheuren und gefährlichen globalen Probleme leisten?" (Rogers 1977/1985, 133)