Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Presse und Aktuelles

Köln, 26. Juni 2015

Gesunde Mitarbeiter – was tun Unternehmen dafür?

PRESSEMITTEILUNG

 

Studie zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Am 18. Juni hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz– PrävG) verabschiedet. Ziel des Gesetzes ist es, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention zu schaffen, die der demografischen Entwicklung, dem Wandel an Krankheitsbildern und den veränderten Anforderungen in der Arbeitswelt gerecht werden. 

Mit der Frage, wie insbesondere deutsche Unternehmen mit den psychischen Belastungen ihrer Angestellten und dem Thema Prävention umgehen, hat sich Kai Lenßen, Arbeits-, Verkehrs- und Sozialpsychologe und Mitglied der GwG, befasst: Für die Studie „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz“ befragten er und ein Team aus weiteren Psychologen/innen und Pädagogen/innen 100 Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Das Ergebnis: Allgemeine Gesundheitsvorsorge wird grundsätzlich ernst genommen, vor allem in den Bereichen Führungskräftetraining, Suchtberatung, Konflikt- und Arbeitszeitmanagement sowie psychosoziale Beratung. Die tatsächliche Umsetzung jedoch hinkt laut Studie den guten Vorsätzen hinterher. Als Hemmnisse bei der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastung nennen die Befragten vor allem fehlendes Personal (36,8 %) und Fachwissen (33,3 %). Umso erfreulicher ist, so Lenßen, dass die Mehrzahl der Unternehmen dennoch Pläne zur Umsetzung einer Gefährdungsbeurteilung hat. Diese Pläne sollten nach Ansicht des Psychologen gestärkt werden: „Hierfür kann es schon hilfreich sein, berufliche Belastungsfaktoren wie Termindruck oder fehlende Handlungsspielräume zu identifizieren und mit den Beteiligten in den Dialog zu kommen. Beteiligt sind zuallererst Organisationsleitung und Arbeitnehmervertretung. Bereits in dieser Phase ist ein wohlwollender, achtsamer und moderierender – eben ein personzentrierter Gesprächsstil von echtem Vorteil.“ Aber auch Arbeitspsychologen/innen und -mediziner/innen seien gefordert, um die Akzeptanz und Motivation für solche Maßnahmen in Unternehmen zu schaffen, zu erhalten und zu erhöhen. Erwartet wird ausdrücklich, pragmatische und auf betriebliche Belange zugeschnittene Verfahren bereitzustellen.

Bereits seit Oktober 2013 schreibt der Gesetzgeber vor, eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz durchzuführen (§ 5 Arbeitsschutzgesetz). Das Team von Kai Lenßen unterstützt Unternehmen dabei: In Kooperation mit Hochschulen, Handelsbetrieben, Wohlfahrtsverbänden und anderen Partnern führt es Analysen zur Risikomessung durch und bietet anschließend verschiedene Interventionen zur Förderung psychischer Gesundheit und zur Reduktion psychischer Belastungen an.


> zur Studie „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz“ 


GwG-Ansprechpartner für die Presse:
Kai Lenßen
Tel.: 0211 / 440 26 82, mobil: 0171 / 49 35 817
Mail: lenssen-duesseldorf@t-online.de 
www.psychische-belastung-am-arbeitsplatz.de