Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Presse und Aktuelles

, 22. April 2020

Offener Brief der DGfB: Psychosoziale Unterstützung und prozessorientierte reflexive Beratung in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

Die Deutsche Gesellschaft für Beratung (DGfB) e.V. fordert die Regierungsverantwortlichen auf, Expert*innen unterschiedlicher Professionen in die beratenden Gremien bzgl. der Coronavirus-Pandemie zu berufen. Auch die DGfB stellt sich mit der Expertise der Berater*innen Ihrer Mitgliedsverbände entsprechend zur Verfügung.

„Die längerfristig zu erwartenden gesellschaftlichen Herausforderungen und Veränderungen, die die Coronavirus-Pandemie auslöst, sind so gravierend, dass jetzt die Einbindung von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Professionen in beratende Gremien erforderlich ist“, erklärt die die DGfB-Vorsitzende Beatrix Reimann. „Nur gemeinsam mit der Expertise von Wissenschaft und Praxis wird es aus unserer Sicht gelingen, die ablaufenden Prozesse transparent zu machen, konstruktiv zu beeinflussen und vor allem das zivilgesellschaftliche Engagement wieder zu stärken.“

Die Maßnahmen der räumlichen Distanzierung verändern den Alltag der Menschen nachhaltig. Der Spagat zwischen der Einhaltung von Schutzmaßnahmen und der Sicherung von Existenzgrundlagen erfordert stabile Stressbewältigungsstrategien. Der zu erwartende langanhaltende Krisenzustand macht spezifische Interventionen in den unterschiedlichen Feldern notwendig, um die Menschen mit ihren Belastungen und in den Krisen aufzufangen und mit ihnen konstruktive Wege zu entwickeln.

„Als Berater*innen leisten wir in der gegenwärtigen Situation nicht nur einen wesentlichen Beitrag dazu, inne zu halten, Bewusstsein zu schaffen, zu deeskalieren, aus der Panik herauszuhelfen und Überforderungssituationen zu entschärfen, sondern auch auf konkrete Nöte und Missstände hinzuweisen“, so die stellvertretende Vorsitzende der DGfB, Marie-Luise Haake. „Wir erfahren aus allen gesellschaftlichen Bereichen von den massiven und den schädigenden Auswirkungen überhöhter Belastungen, Vernachlässigung, allgemeiner Ratlosigkeit, Vereinsamung, finanzieller Sorgen und Existenzgefährdungen.“