Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

GwG-Verlag

Workshop Beate Hofmeister (DVD)
9. Fortbildungstage 2009
Köln 2009, GwG-Verlag
Preis: 25,00€

Burnout - der Mühe Lohn? - Personzentrierter Umgang mit den Krisen professioneller HelferInnen

Gerade in heilenden und helfenden Berufen geschieht es häufig, dass Menschen sich durch übergroßes Engagement ein "Burnout-Syndrom" einhandeln. Burnout ist mehr als Stress, der als Eustress - positiver Stress - durchaus wichtig ist. Burnout dagegen ist das Ende eines schleichenden Entwicklungsprozesses von unverarbeitetem, akkumuliertem, andauerndem, negativen Stress (Distress). Die Entwicklung von Burnout wurde von Edelwich / Brodsky in vier Phasen beschrieben: Enthusiasmus, Stagnation, Frustration, Resignation.

Burnout hat neben den psychischen Folgen auch körperliche Auswirkungen, wie z.B. Veränderung der Zusammensetzung des Blutes, vermehrte anhaltende Adrenalin- und Cortisol-Ausschüttung, Antriebslosigkeit, Ermüdung, vorzeitige Alterung durch Schädigung des Immunsystems als Folge anhaltenden Stress, erhöhtes Risiko für Herzinfarkte, Magen-Darm-Erkrankungen und Diabetes.

Burnout ist heute oft auch die Folge institutioneller Rahmenbedingungen, wie Rationalisierungen, Umstrukturierungsmaßnahmen, Personalabbau, vermehrtem bürokratischen Aufwand, Einführung neuer Technologien, geringer Handlungsspielraum bei hoher Verantwortung.

Aber auch individuelle Rahmenbedingungen wie Über- oder Unterforderung, dauerhafte hohe berufliche und/oder private Anforderungen, unspezifische Aufgaben, Konflikte am Arbeitsplatz, unpersönliche Arbeitsatmosphäre, wenig Bestätigung und Wertschätzung tragen zur Entwicklung des Burnout-Syndroms bei.

Dr. Beate Hofmeister stellt fünf Nothelfer vor, um sich vom Stressgedanken weg zu fokussieren: Bewegung, Disziplin, Sinnlichkeit, Licht und Luft, Beschäftigung des Gehirns mit entspannenden Symbolen.

Wichtig sind aber natürlich langfristige individuelle Bewältigungsstrategien, wie z.B.

  • Erschöpfung nicht als Feind wahrzunehmen
  • Zeit zum Ausruhen und zur Regeneration einzuplanen
  • Distanz zur Arbeit zu schaffen mit z.B. Yoga, Meditation, oder anderen Entspannungsmethoden
  • Handlungsalternativen prüfen, um damit den eigenen Spielraum zu gestalten
  • Auf genügend Schlaf und Bewegung achten
  • Nicht in ermüdetem Zustand zu arbeiten
  • Fordern Sie die Fürsorgepflicht von Mediatoren und Vorgesetzten ein
  • Verändern Sie Ihre Arbeitstechniken: meist reicht es aus, 80 % des Geplanten zu erreichen.
  • Tiefe Atmung signalisiert dem Körper Sicherheit, Entspannung, und senkt so Blutdruck und reinigt das Blut.
  • Essen Sie gesund: viel Obst und Gemüse.
  • Bewahren Sie Freundschaften.
  • Tun Sie etwas, was Ihnen Spaß macht. Eine sinnvolle Tätigkeit ermöglicht Ihnen besser, mit Rückschlägen umzugehen.
  • Machen Sie immer wieder einmal einen Urlaub.

Überprüfen Sie Ihre Glaubenssätze in Bezug auf das Arbeitsleben und das Leben im Allgemeinen. Prüfen Sie, ob diese eher zu mehr Stress führen, und inwieweit Sie die Erfüllung von Bedürfnissen im Arbeitsumfeld suchen, die Sie im familiären Umfeld hätten bekommen müssen.

 

Über Dr. Beate Hofmeister:

Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin; Direktorin des Institut für Personzentrierte Psychologie (IPP), Heidelberg; internationale und nationale Ausbildungstätigkeit in Klientenzentrierter Psychotherapie und dem Personzentrierten Ansatz; Ausbilderin der GwG in Beratung und Psychotherapie; Verhaltenstherapeutin und Mitglied im Berufungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung Nordbaden; Beisitzerin im zweiten Senat des Berufsgerichtes der Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg; Besondere Interessen: Personzentrierte Einbeziehung von kreativen Medien und Körperarbeit in Psychotherapie, Arbeit mit Trauma-Überlebenden

 

Spieldauer: ca. 85 Min.