Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Gesellschaft und Psyche - Personzentrierte Antworten auf psychosoziale Belastungen

Impressionen vom 16. Jahreskongress der GwG in Bochum

10.06.2016 bis 12.06.2016 / Ort: 44795 Bochum

Gesellschaft und Psyche - Personzentrierte Antworten auf psychosoziale Belastungen

Der GwG-Jahreskongress vom 10. bis 12. Juni 2016 in Bochum war auch zum 16. Mal ein gelungener, bunter Austausch. Das Thema "Gesellschaft und Psyche" hat viele Kolleginnen und Kollegen zu Gesprächen inspiriert und den Blick geöffnet für die Möglichkeiten des Personzentrierten Ansatzes.
Ein paar Impressionen gefällig?

Die GwG ist im Anschluss der Veranstaltung auf Stimmenfang gegangen und hat ein paar Teilnehmer/innen zu ihren Eindrücken befragt:

„Es gab anregende Workshops und viel Zeit für den Austausch und für neue Bekanntschaften! Was mir besonders gefallen hat, war der Workshop zum Encounter von Gert-Walter Speierer: Es war wohltuend und erfrischend, Zeit für Selbstreflexion zu haben und dabei einander nah zu sein. Die persönliche Begegnung ließ uns in kürzester Zeit zusammenwachsen, auch ohne dass wir immer einer Meinung waren – das war eine ermutigende Gruppenerfahrung! Manchmal ist mir in Gesprächen das latente Verlangen nach einer scharfen Kategorisierung des Personzentrierten und seiner Abgrenzung von anderen Ansätzen aufgefallen … Für mich wäre es wunderbar, wenn wir uns öfter erlauben könnten, verschiedene therapeutische und beraterische Herangehensweisen zu ‚kreuzen‘ und daraus Neues zu entwickeln. So wie ich es zum Beispiel im Workshop von Gisela Steenbuck erlebt habe: Dort wurde ein Denkmodell des ‚Integralen Ansatzes‘ vorgestellt und wir konnten neue Erfahrungen machen! 
Heinke Deloch

„Bochum war mein zweiter GwG-Jahreskongress – und auch diesmal ist mir wieder positiv aufgefallen, dass es neben all der Vielfalt und den Differenzen etwas gibt, das mich mit den anderen verbindet, eine Art zugrundeliegende geteilte Haltung. Diese habe ich hier in vielen, auch neuen Begegnungen erlebt! Die Vorträge haben mir gute Impulse gegeben, die ich in den Pausen gerne in persönlichen und auch kritischen Gesprächen weiter vertieft habe. Dafür standen auch die Redner zur Verfügung, das hat mir gut gefallen. Für meine Tätigkeit als Beraterin und Wissenschaftscoach sind Themen wie Ökonomisierung, Selbstoptimierung und Burnout hochaktuell. Daher hat mich das Thema des Jahreskongresses „Gesellschaft und Psyche“ besonders angesprochen. Ich denke, es geht auch zukünftig darum, in Beratung – und Therapie – individuell Erlebtes auch als strukturell Geprägtes zu verstehen.“ 

Ulle Jäger

„Mir gefällt vor allem die Offenheit, mit der alle Teilnehmer beim Jahreskongress einander begegnen. Ganz deutlich habe ich das in den Workshops erlebt. Aber auch bei den Gesprächen in den Kaffeepausen hatte ich immer wieder den Eindruck des Willkommen-Seins. Es geht hier also nicht nur um Wissenschaftlichkeit und therapeutischen Input, sondern auch um ein menschliches Miteinander. In diesem Jahr habe ich mich besonders darüber gefreut, einer der Preisträger des GwG-Förderpreises zu sein. Das hat mir gezeigt, dass meine Diplomarbeit, die ich an der Pädagogischen Hochschule Freiburg geschrieben habe, auch in der personzentrierten Welt Anklang findet. Für mich eine tolle Bestätigung!“
Christian Kabsch

„Ich habe unglaublich viele Inputs bekommen – sei es durch die Vorträge, aber auch bei den Gesprächen in den Kaffeepausen oder beim Forum. Die anderen Teilnehmer sind mir sehr zugewandt begegnet, und die Atmosphäre war offen und ehrlich – und wir haben unheimlich viel Spaß gehabt! Was mich besonders beeindruckt hat, war der Vortrag von Jürgen Sehrig zum Thema Empathie gegenüber Rassismus und Intoleranz: Hierbei ist mir noch einmal bewusst geworden, an welchem Punkt Empathie als ein Grundpostulat des Personzentrierten Ansatzes bei mir auch an ihre Grenzen stoßen kann. Die Frage, wie ich als Mensch und als Beraterin damit umgehen würde, hat mich stark beschäftigt.“
Claudia Lischke-Arzt